Ocker-Bilder 1985-1991

In den Ockersteinbrüchen von Bedoin im Departement Vaucluse beginne ich 1985 mit Experimenten, die meine Malerei grundlegend beeinflussten. Tastbare und leuchtende Materie, als Sand, Farbstaub oder Schlamm weckt mein Interesse. In vielen Arbeiten phantasiere ich zeichnerisch mit Zufalls-Flecken, später falte ich eingefärbte Papiere so zusammen, dass Bildformate mit sechzehn Feldern entstehen. Die Freude an Farbmaterie verbindet sich dem Interesse an Monochromie.

1985-1987 eingefärbte Ockerpapiere, seit 1989 Farbfelder. Während des Aufenthalts in der Ecole des Beaux Arts in Aix-en-Provence im Jahr1990 entstehen Monochromien auf Holztafeln.

Siehe: Till Neu, Ocker-Bilder, Katalog zur Ausstellung in der Galerie Friebe, Mannheim 1987. Ergänzungsheft zum Katalog: Malerei-Peinture, Ausstellung in der Galerie Leonelli, Lausanne, 1992.

       
Einfärben der Papiere
Einfärben der Papiere Ockersteinbrüche
Bedoin 1985
Steinfrau, 17,8 x 24 cm
1985
Roter Torso 18 x 24 cm
1985
Steinfrau Roter Torso
       
Grosser Ockerberg mit Schatten
Grosser Ockerberg mit Schatten, 24 x 32 cm, Ocker, Acryl, Papier, 1991
Ockergrab I
Ockergrab I, 17,8 x 23,7 cm, Ocker, Acryl, Papier, 1991
Naheliegendes Bild
Naheliegendes Bild, 17,8 x 24 cm, Ocker, Acryl, Papier, 1991
       

Das inzwischen berühmte Ocker-Dorf Roussillon (Luberon) regte mich mit seinen farbigen Hauswänden zu einer Serie kleinformatiger, monochromer Malereien an.

Mildes Kobaltblau mit Aura und Grau
Mildes Kobaltblau mit Aura und Grau, 18x24cm, Acryl auf Papier mit Siebdruckfarben, 1991
Warmes Gelb-Orange mit Grau-Blau
Warmes Gelb-Orange mit Grau-Blau, 18x24cm, Acryl auf Papier mit Siebdruckfarben, 1991
Bescheidenes Rosa und Braun
Bescheidenes Rosa und Braun, 18x24cm, Acryl auf Papier mit Siedruckfarben, 1991
Leicht gemildertes Schwarz mit Weißgrau
Leicht gemildertes Schwarz mit Weißgrau, 18x24cm, Acryl auf Papier mit Siedruckfarben, 1991
       

Kleine mythologische Szene in den Ockerbergen von Rustrel

Am 17. April 1987 laufe ich mit bemaltem Gesicht und gefärbten Hölzern in die Ockerberge von Rustrel im Tal von Apt, um dem Ort für die Freuden mit dem farbigen Naturstoff zu danken. Ich tauche in einem Ocker-Schlammbecken bis zum Kopf unter, laufe nackt und zugleich vom Ocker bedeckt auf die Bergrücken, um meine Zeichen zu setzen.
Der braune Stab für die Erde, der blaue für den Himmel. Ich selbst in der Mitte, zwischen links und rechts und oben und unten.
"On raconte aussi qu’Adam, dont le nom signifie « terre rouge », naquit sur cette terre".
Man erzählt, daß Adam, dessen Name "rote Erde" bedeutet, auf dieser Erde geboren wurde.
(Literatur: Ocres, Luberon images et signes, édisud, Aix-en-Provence, 1986, S.11)

In der Reihe "Reisewege" wurde von Hilde Bechert (München) im Auftrag des SR im September 2007 in der Vaucluse ein Film gedreht. Titel: "Das Ockerland der Provence". Darin sind u.a. Bilder der Ocker-Performance und Interviews vor Ort zu sehen.

 
   
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